Autorenlesung am Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen

Die junge Schriftstellerin Anna Seidl war am Freitag, den 30.06. 2017 zu Gast bei Achtklässlern des Hohenstaufen-Gymnasiums Bad Wimpfen, wo sie aus ihrem Buch „Es wird keine Helden geben“ las.

Anna Seidl, eine Autorin so richtig zum Anfassen: Man hat ihr Buch im Deutschunterricht gelesen und nun kann man bei ihr nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat oder welche Absicht hinter dem Buch steckt. Nicht die Deutschlehrerin hat die Deutungshoheit über die gelesene Literatur, sondern hier kann man sich direkt bei der Schöpferin des Werkes erkundigen – dies ist ein anderer Weg zum Buch.

Gebannt lauschten die Schüler und Schülerinnen den Worten der erst 21-jährigen Schriftstellerin. Ihre Geschichte spielt in der Welt der Schüler. Zunächst erlebt der Leser die wenigen Minuten eines Amoklaufes mit, der der Ich-Erzählerin an ihrer Schule widerfährt. Packend wird diese Situation beschrieben, bevor der lange Weg der Verarbeitung beginnt. Man lernt die Hauptperson Miriam kennen mit all ihren Problemen und Fragen in einer schwierigen Zeit, wobei es die Autorin schafft psychologisch feinfühlig den Charakteren Leben einzuhauchen. Die Schülerin Miriam wird von der Autorin so lebensnah geschildert, dass im späteren Gespräch mit der Schriftstellerin die Frage gestellt wurde, ob sie solche Situationen selbst erlebt habe. Die junge Frau erklärte den Schülern und Schülerinnen, wie sie ihre Familie, ihre Freunde immer wieder um Rückmeldungen zu dem von ihr Geschriebenen gebeten habe und wie auf diesem Weg komplexe Schilderungen entstanden seien.

Anna Seidl hat mit 16 Jahren dieses Buch geschrieben und damit einen völlig unerwarteten Erfolg erfahren. Mittlerweile ist ihr Buch auch international erfolgreich und in mehrere Sprachen übersetzt worden. Bald nach seinem Erscheinen erhielt die Autorin dafür den Nachwuchspreis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Nach der Lesung bot sich für die Schüler die Möglichkeit Fragen zu stellen. Dabei interessierten sie sich sowohl für Schreibblockaden als auch für die Entstehungsgeschichte des Romans. Cornelia Funkes Tintenwelt-Bücher, die für Anna Seidl Vorbildcharakter haben, sind auch bei den Schülern und Schülerinnen bekannt und beliebt. Viele Fragen betrafen die Vermarktung, den Erfolg als Autorin, wobei Anna Seidl klar machte, dass Schreiben eine begeisternde Tätigkeit aber kein Brotberuf sein kann. Sie bleibt auch als erfolgreiche Jugendbuchautorin mit beiden Beinen auf dem Boden und verdient sich ihre Brötchen in einem ganz alltäglichen Beruf.

Anna Seidl ist keine Träumerin, sie redet Klartext und am Ende der Lesung gab es viele begeisterte Leser und vor allem Leserinnen, die sich ihr Buch signieren ließen und auch Fotos mit der Autorin machten. Dank des Fördervereins des Gymnasiums war diese Begegnung mit einer aktuellen Autorin möglich, so dass zu wünschen bleibt, dass dieser Lesung noch weitere folgen mögen.

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