
Was heißt noch mal „Hallo, wie geht’s? Schön, dass du da bist!“ oder „Wie war die Fahrt?“ oder „Hast du Lust, mit uns mitzukommen?“ – Fragen über Fragen, die den Schülern der 8. und 9. Klasse kurz vor Ankunft „ihrer“ Franzosen durch den Kopf schießen. Zwar war man schon Wochen zuvor dank neuer Medien fernmündlich oder schriftlich miteinander in Kontakt, aber eine Woche lang jemanden bei sich aufzunehmen und den Alltag miteinander zu teilen, ist dann doch etwas ganz Anderes. Hier lässt sich eine gewisse Aufregung nicht von der Hand weisen.
Und so standen 24 Wimpfener Schüler des HSGs am Montagnachmittag (16.3.) voller Vorfreude am Bahnhof, um ihre Austauschpartner und -partnerinnen zum ersten Mal „in echt“ zu sehen und angemessen willkommen zu heißen. Bereits direkt zu Beginn gewannen die französischen Schüler einen authentischen Eindruck deutscher Alltagsmobilität – der „Schienenersatzverkehr“, der zum Ende der Austauschwoche hin wirklich jedem ein Begriff sein würde, erforderte bereits bei der Ankunft die Flexibilität aller Beteiligten.
Nach einem ersten Kennenlernen im Kreise der Gastfamilien und einem gemütlichen Tagesausklang wurden die Austauschschüler aus der Stadt Meaux (nicht unweit von Paris) am nächsten Morgen am HSG sehr freundlich von der Schulleiterin Anita Wollmann-Dittmer begrüßt.
Hervorgehoben wurde hierbei das besondere Engagement der hiesig organisierenden Lehrkraft, Frau Simone Müller, die nach dem Wegfall des bisherigen langjährigen Collèges mit viel Einsatz und Durchhaltevermögen eine neue Partnerschule, weiterhin in Meaux, das Collège „Parc Frot“, finden konnte. So trafen sich entsprechend in diesem Jahr beim Austausch nicht nur die Schüler zum ersten Mal, sondern auch die organisierenden und begleitenden Lehrkräfte beider Seiten.
Die auf den Auftakt folgende gemeinsame Woche verging für alle Beteiligten wie im Flug. Zwei Wochentage waren für gemeinsame Tagesausflüge vorgesehen, mit dem Ziel, den französischen Schülern das „Schwabenländle“ möglichst breitgefächert zu zeigen: Dienstags besuchten alle gemeinsam das Mercedes Benz-Museum in Stuttgart mit darauffolgend kurzem Aufenthalt in der Schwabenmetropole; freitags besahen alle die pittoreske Altstadt Heidelbergs inklusive einer sehr interessanten und kurzweiligen Themenführung (in der jeweiligen Sprache) auf dem Schloss.
Auch der direkten Umgebung begegneten die französischen Austauschschüler mit Interesse – donnerstags erkundeten sie mittels Stadtrallye Heilbronn; mittwochvormittags lauschten sie einer historischen Stadtführung in Wimpfen, die ihnen von zwei gleichaltrigen Schülerinnen präsentiert wurden. Dank guter Deutschkenntnisse war die gedankliche Simultanübersetzung für die französischen Schüler hierbei eine gelungene Herausforderung.
Wie viel Vertrautheit sich zwischen vielen der Austauschpartner schon in kürzester Zeit entwickelte, war erstaunlich. Die Frage nach dem passenden Wort hier und da stellte sich selbstverständlich immer noch, wurde aber durch Bemühungen beider Seiten schnell behoben bzw. durch denselben Humor, das Lachen über die gleichen Scherze oder Gesten, weggewischt. Hier Uno-spielend, da dem gemeinsam besuchten Unterricht lauschend, gemeinsam das Wochenende planend, gemeinsam Musik hörend, private Abendrunden organisierend – all das war Teil der gemeinsamen Stimmung.
Gäbe es da nicht den bereits feststehenden Gegenbesuch der deutschen Schüler in Meaux/ Frankreich im Mai, wäre das „Au revoir“ eine Woche später am Ende der Austauschwoche, am Montagmittag (23.03.), dementsprechend sicherlich tränenreicher ausgefallen.
So allerdings bleibt es glücklicherweise bei einem fröhlichen „Au revoir et à très bientôt!“ – „Auf Wiedersehen und bis ganz bald!“
