
Was machen drei als Hexen verkleidete Italienischlehrerinnen in der großen Pause auf dem Schulhof des Hohenstaufen-Gymnasiums? Sie verteilen als Befane Süßigkeiten an die braven Schülerinnen und Schüler!
Hintergrund dieser Aktion ist das Fest der Heiligen Drei Könige (l’epifania), das in Italien wie in Deutschland am 6. Januar gefeiert wird.
Im italienischen Volksglauben kommt in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar la Befana - eine Hexe, die auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt. Als Geschenke bringt sie meist Süßes (dolci) oder andere Kleinigkeiten, doch manche erhalten auch ein Stück Kohle bzw. schwarz gefärbte Zuckermasse, welche in Italien als carbone dolce (dt. süße Kohle) bezeichnet wird.
Denn ähnlich wie beim Nikolaus in Deutschland werden die braven Kinder für ihre Folgsamkeit mit Geschenken belohnt. Anstelle der drohenden Rute des Knecht Ruprecht in Deutschland erhalten die ungezogenen italienischen Kinder das schwarze Stück Kohle als Strafe für ihr Verhalten.
Am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien konnten die Schülerinnen und Schüler des Hohenstaufen-Gymnasiums dieses italienische Brauchtum hautnah erleben. Die drei Italienischlehrkräfte waren durch ihre Hexenhüte und entsprechende Kleidung als Befane zu erkennen. Alle Jugendlichen mussten zunächst die Frage beantworten: „Sei stato buono ocattivo?“ (Warst du brav oder ungezogen?). Zum Glück konnten die meisten glaubhaft versichern, dass sie sich im vergangenen Jahr vorbildlich verhalten haben und wurden mit einer leckeren Süßigkeit belohnt.
