
Exkursion Ruhrpott2026
Unsere Ruhrpottfahrt begann am ersten Tag mit der größten Höllentat überhaupt: Spätestens um 6 Uhr aufzustehen, um bereits um 7:00 Uhr am Bahnhof Bad Friedrichshall zustehen. Dagegen half nicht einmal mehr ein Kaffee oder, in manchen Fällen, ein Energy-Drink. Kaum saßen wir in der Regionalbahn nach Mannheim, schliefen einige wegen des Schlafmangels direkt ein, während sich andere unterhielten.
Im ICE wurden Spiele gespielt und Wurfexperimente mit belegten Brötchen durchgeführt, die erstaunlicherweise sogar erfolgreich im Mund landeten. Außerdem wurden Filme geschaut, Bücher gelesen oder einfach mit der Lieblingsmusik entspannt.
Bei unserer Ankunft in Duisburg fiel direkt der erste Kommentar: „Ist ja besser als der Stuttgarter Hauptbahnhof.“ Insgesamt war der erste Eindruck vom Ruhrgebiet deutlich positiver als erwartet. Mit der S-Bahn ging es anschließend zur Jugendherberge im Landschaftspark Duisburg-Nord. Das ehemalige Hüttenwerk wurde zu einem Freizeit- und Kulturpark umgebaut und gilt heute als ein Symbol des Strukturwandels im Ruhrgebiet.
Nach einem kurzen Mittagessen und etwas Zeit zum Umziehen machten wir uns auf den Weg zum Deutschen Bergbau-Museum in Bochum. Dort erwartete uns zunächst die Nachricht: „Der Aufzug ist kaputt, ihr müsst laufen.“ Das sorgte vor allem bei den eher lauffaulen Mitschülern nicht gerade für Begeisterung. Das Bergbau-Museum ist das größte seiner Art weltweit und zeigt, wie Bergleute früher unter Tagegearbeitet haben.
Nach einer gelungenen Führung und einem kleinen technischen Missgeschick von Herrn Bernhard (das Fotografieren war nur OHNE Blitz erlaubt), welches unsere Führung beinahe vorzeitig beendet hätte, konnten wir den nachgebauten Bergwerksstollenerkunden. Als wir wieder ans Tageslicht kamen, fühlte sich dieses nach der Zeitunter Tage fast wie eine Blendgranate an.
Anschließend ging es weiter zum Bermuda3Eck in Bochum. Dort hatten wir Zeit zum Abendessen. Während viele zu Döner oder Loco Chicken griffen, entschieden sich andere für den typischen Taxiteller mit Currywurst, Gyros und Pommes.
Das Highlight des Tages war schließlich das Musical Starlight Express. Es läuft bereits seit 1988 in Bochum und ist damit das erfolgreichste Musical an einemfesten Spielort weltweit. Die Vorstellung war beeindruckend und außergewöhnlich.
Da wir unsere Bahn knapp verpassten, kamen wir erst gegen Mitternacht wieder an der Jugendherberge an. Nach diesem langen und ereignisreichen Tag fielen schließlich alle müde ins Bett.
Für einige Frühaufsteher begann der zweite Tag bereits um 6 Uhr mit einer kleinen Sporteinheit oder einer Erkundung des Landschaftparks Duisburg-Nord in der Morgenfrische. Nach dem Aufwecken im „Militärstil“ trafen nach und nach alle zum Frühstück ein, bevor uns der Tagesplan vorgestellt wurde.
Mit Schlafmangel und teilweise noch ohne Kaffee ging es wieder mit der Bahn nach Essen zur Zeche Zollverein. Die ehemalige Steinkohlezeche gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe und galt früher als eine der modernsten und leistungsstärksten Zechen der Welt. Dort wurde unsere Klasse in zwei Gruppenaufgeteilt und wir bekamen eine interessante Führung über das Leben und Arbeiten der Bergleute über Tage.
Anschließend konnten wir das Ruhr Museum selbst erkunden. Viele zog es allerdings erst einmal ins Café, bevor es auf die bekannte Rolltreppe ging, die unter anderem aus „Joko & Klaas gegen ProSieben“ bekannt ist. Oben angekommen wurden natürlich noch einige Bilder für Mutti und Instagram gemacht, bevor es wieder hinunterging.
Danach fuhren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Centro Oberhausen. Mit rund250 Geschäften zählt es zu den größten Einkaufszentren Europas. Dort hatten wir genügend Zeit zum Shoppen, Essen und Souvenirs kaufen. Besonders die riesige Essensmeile sorgte bei vielen für eine kleine Reizüberflutung, denn von Burgern bis hin zu internationalen Spezialitäten war fast alles vertreten.
Nur wenige Gehminuten entfernt besuchten wir anschließend den Gasometer Oberhausen. Der ehemalige Gasspeicher dient heute als außergewöhnlicher Ausstellungsort. In der Ausstellung „Mythos Wald“ bekamen wir zunächst eine interessante Führung, bevor wir die Ausstellung auf eigene Faust erkunden konnten.
Im oberen Bereich des Gasometers befand sich ein stilisierter Baum, dessen Lichteffekte man beim chillen auf Sitzsäcken bewundert werden konnte.
Nach der Rückfahrt zur Jugendherberge und dem Abendessen stellte Herr Bernhard uns vor die Wahl: Wer wollte, konnte noch zu Tiger & Turtle mitfahren, die anderen durften in der Jugendherberge bleiben. Unsere Klasse teilte sich fast genau in zwei Hälften.
Die Gruppebei Tiger & Turtle nahm eine lange S-Bahn-Fahrt in Kauf, knüpfte Kontakte zu Ruhrpottmenschen, führte interessante Gespräche und machte gefühlt unendlich viele Fotos auf dem begehbaren Kunstwerk.
Die andere Gruppe blieb an der Jugendherberge und machte eine kleine Fahrradtour durch den Landschaftspark.
Um Mitternacht trafen sich schließlich alle wieder, um Emil zu seinem 15.Geburtstag zu überraschen. Mit Gesprächen, Pokerrunden und viel Gelächter endete auch unser zweiter Tag im Ruhrgebiet.
Am Abreisetag gab es dann noch von Emil spendierte Frühstücksmuffins und eine Führung in zwei Gruppen durch den Landschaftspark Nord.
Höhepunkt dabei war die Besteigung des stillgelegten Hochofens 5, die in 70 Meter Höhe noch einmal einen phantastischen Panoramablick auf die Industriekultur des westlichen Ruhrgebietes ermöglichte.
Im Anschluss nahmen wir unsere Koffer und machten uns auf den Weg zu unserer letzten Etappe im Ruhrgebiet. Am Duisburger Hauptbahnhof schlossen wir zunächst unsere Koffer in Schließfächer ein, was allerdings nicht bei allen problemlos funktionierte.
Anschließend teilten wir uns auf der Königstraße in kleineren Gruppen auf. Die Zeit wurde zum Shoppen, Essen und Souvenirs kaufen genutzt. Einige feierten sogar noch gemeinsam mit den Menschen, die an diesem Tag den CSD in Duisburg besuchten. Danach trafen wir uns wieder am Hauptbahnhof.
Nachdem alle ein letztes Mal Ruhrpott-Luft geschnuppert hatten, stiegen wir in den ICE Richtung Mannheim. Nach einem kleinen Zwischenfall bei der Platzsuche kehrte langsam Ruhe ein und viele ließen die vergangenen Tage noch einmal Revuepassieren. Nach dem Umstieg in Mannheim brachte uns die Regionalbahnschließlich zurück nach Bad Friedrichshall. Dort warteten bereits unsere Eltern auf uns und eine schöne und abwechslungsreiche Klassenfahrt ging zu Ende.
Wir als Klasse 9a bedanken uns herzlich bei Herrn Bernhard für die tolle Organisation und die vielen schönen Erlebnisse während unserer Klassenfahrt. Ebenso gilt unser Dank Frau Staudt, denn ohne ihre Unterstützung hätte diese Fahrt nicht stattfinden können.
Geschrieben von Clara Marlene Ostermeier und Marlon Hahn (9a)